Heute mal ein Film-Verriss : Tree of Life

Jgeibgja

Dank eines lieben Freundes durfte ich gestern mit einer Freikarte ins englischsprachige Kino marschieren und habe dafür das Frauentraining geschwänzt (Asche auf mein blondes Haupt). Ich war völlig unvorbereitet, denn ich hatte den Namen des Films wieder vergessen (verfrühte Altersdemenz). Als ich ihn auf meiner Eintrittskarte las, erinnerte ich mich, dass ich im Zusammenhang mit Cannes von ihm gehört hatte und dass Brat Pitt mitspielt. Deshalb wurde ich ziemlich unvorbereitet von dem Werk getroffen, erschlagen und verwirrt. Ich gestehe, ich habe den Film nicht verstanden. Schon der zweite Film in kurzer Zeit, den ich nicht verstehe (der andere war „Synecdoche, New York“) und ich möchte wagen zu behaupten, das liegt nicht an mir.

„Tree of Life“ ist ein Zweistunden-Ding, das vordergründig den Tod eines Menschen beschreibt und dabei klassische Fragen des Erwachsenwerdens aufgreift: Grenzen erfahren, die Welt entdecken, Wahrnehmung des eigenen Körpers, Nähe und Distanz zu Mutter und Vater, der Versuch Sinn in den Dingen, die geschehen, zu finden, sich ausprobieren, erste flüchtige sexuelle Gefühle, Liebe, usw.. Das hätte man kürzer machen können, denn jeder Text wird durchs Kürzen besser, besonders dieser. Dieser Film entzieht sich einer klassischen Dramaturgie und das ist ja eigentlich eine nette Idee, aber so wie dieser Film das tut, geht das für mich nicht. Diese dicken Universums-Ursuppen-BBC-Blue-Planet-Visualisierungen wären als Wandtapete oder hochwertiger Print in einer Edelkifferbude sicher angemessen, aber in diesem Film gaben sie Anlass zum fremdschämen. Ich fühlte mich schwer an Kubricks „2001“ und Godfrey Reggios „Koyaanisquatsi“ erinnert, wobei diese beiden Filme mich so sehr geprägt haben, dass „Tree of Life“ den beiden nicht gerecht werden kann.

Was mich wirklich geärgert hat, war das übertrieben auserwählte Interieur. Hin und wieder ein Designklassiker ist ja ganz hübsch, aber das hier ist mir wirklich zu durchgestylt. Die Sequenzen mit Sean Penn in diesem Postmodernen Architektursupergau sind dazu noch so bedeutungsschwanger, dass es weh tut.

Apropos bedeutungsschwanger: Kommen wir zur Musik. Zum zweiten Mal in zwei Tagen, treffe ich auf ein Werk, indem Musik als plakatives Zitat eingesetzt wird. Ich musste unweigerlich an Lautmalerei und Programmmusik denken (wie schön, dass wir wirklich mehrfach Hector Berlioz, den Godfather of Programmmusik, zu hören bekommen). Der übermächtige und hilflose Vater spielt im Gottesdienst an der Orgel natürlich nichts anderes als die „Toccata und Fuge in D-Moll“ (die übrigens angeblich nicht von Bach ist, wie meine Musikwissenschaftlerkollegen bewiesen haben wollen). Zu Hause intoniert er was aus dem „Wohltemperierten Klavier“, das wunderbar zur Züchtigung des Sohnes passt, der während der Musik die Fliegentür fünfzigmal leise schließen muss. Das ist wirklich  zu simpel und deshalb peinlich. Hätte wirklich nur noch gefehlt, dass Sean Penn in diesen Wüstensequenzen einen Knochen findet, ihn gen Himmel schmeißt und wir „Also sprach Zarathustra“ hören. Ich habe da noch ein paar schöne Ideen, falls Herr Malick da was braucht. Ich bin ja vom Fach.

Hier eine Liste der Stücke: http://blogs.indiewire.com/theplaylist/archives/music_list_all_37_songs_features_in_terrence_malicks_the_tree_of_life/

Was mir wirklich den Atem geraubt hat (und das endlich mal im positiven Sinn), ist die Schönheit, Anmut und der Stil der Mutter. Diese Hochsteckfrisuren, das leichte Make Up und die wunderschönen Kleider haben mich wirklich inspiriert und ich kann nicht umhin mir heute einen Dutt zu machen.

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Also, irre Idee, starke Schauspieler, spannende Dramaturgie und verstörende Kamera, aber eben einfach zu viel des Guten. Wie schön, dass ich danach auf meinem Fahrrad durch die endlich regenfreie und laue berliner Sommernacht fahren konnte: mit „Yann Tiersen“ und „Apparat“ auf dem Ohr, laut immer neue Melodien singend, den Fernsehturm vor Augen und den frischem Wind auf der Haut.

 

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Games of Thrones: Nikolaj Coster-Waldau is back!

"Game of Thrones" habe ich empfohlen bekommen und war schon bei den ersten Aufnahmen begeistert von der Ästhetik.
Sehr zu meiner Freude spielt Nikolaj Coster-Waldau eine wichtige Rolle. Er ist mir schon in "New Amsterdam" aufgefallen.

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Hierzu damals mein erster Beitrag:

http://serienkiller.posterous.com/mannerbilder

Ebenfalls zu sehen sind abgöttisch schöne Lena Headey und, der jetzt scheinbar auf Kostümfilme festgelegte, Sean Bean.
Aber es gibt auch Überraschungen, wie Harry Lloyd:

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Weitere Infos zur Serie
bei HBO: http://www.hbo.com/game-of-thrones/index.html
Imdb: http://www.imdb.de/title/tt0944947/

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Vorbereitung auf "Lie To Me"

Ich habe vor einigen Monaten "Lie To Me" angefangen und fand die Serie nicht sehr spannend. Immer noch besser als "The Mentalist" (http://serienkiller.posterous.com/the-mentalist-ein-australisches-lacheln-tragt), doch nicht spannend genug, um weiter zu schauen. So dachte ich mir, etwas gute Vorbereitung mag nützlich sein und ich studiere fleißig Herrn Ekman, seines Zeichens Mimik-Forscher und Vater der Hauptfigur. Einarbeitung in Körpersprache ist wohl auch nützlich.

Literatur:
http://twitter.com/#!/Denkhilfe/status/86158719481688064
http://www.community.fox.com/drpaulekman/blog/page/15?per_page=10
http://twitter.com/#!/Denkhilfe/status/86160555253051392

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In Treatment: Arbeitsbücher zur Serie

http://twitter.com/#!/Denkhilfe/status/85439437110120448
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In Treatment, Staffel 2: Nur die Harten kommen in den Garten

Was eine Staffel! Ich muss gestehen, ich bin schwer beeindruckt. Es gab kaum eine Folge, die mich nicht zu Tränen gerührt oder in eine 10-minütige Verarbeitungs-Starre versetzt hätte.  Die Musiken, die den Abspann füllen, laden dazu ein: Spärliche Streichersetze, mal Gitarre, etwas Elektronik und viel Klavier.

Ich möchte über die Handlung nicht zu viel verraten, denn das würde die Spannung nehmen. So viel nur, Paul Westen, unser tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapeut leistet wieder ganze Arbeit an seinen Klienten. Diesmal ist er selbst noch größeren Problemen ausgesetzt, als in der ersten Staffel und strauchelt schrecklich und zweifelt an  der Sinnhaftigkeit seiner Profession.  Hier geht es ans Eingemachte, inklussive Vateraufarbeitung.

Die Klienten sind alle großartig. Ich bin wirklich immer wieder beeindruckt von der schauspielerischen Leistung aller Beteiligten, der Regie und der Kamera. In solch einem intimen Rahmen nur über die Mimik und etwas Gestik, oft nur sitzend  solche persönlichen Entwicklungen, Erkenntnisse und großes Leid darzustellen ist eine Kunst. Hier gibt es keinen Helden, der als Symbol für seine erfolgreiche Schlacht durch einen Triumphbogen in die heimatliche Hauptstadt einziehen kann. Hier gibt es nur Tränen, ein fast zu dunkles Zimmer, flüchtige Ausweichbewegungen, ein Sofa und einen Sessel, den Gang  zur Tür, ein erstarrtes Gesicht, offene oder geschlossene Augen, Themenwechsel und die Antwort auf eine Frage Pauls.  Die Fälle sind beeindruckend konzipiert, die Geschichten hinter den Fällen wunderbar sicher konstruiert und die Gesprächsführung Pauls ein sprachliches Meisterwerk.

Am Ende muss ich sagen, ich bin auch beeindruckt von der Wirkung auf mich. Andererseits ist das keine Serie für schwache Nerven. Ich habe mich selbst beobachten können, wie man anfängt bei sich selbst auf „Mustersuche“ zu gehen und plötzlich bei anderen Menschen interessante Sachen entdeckt. Ob das aber nützlich ist, wage ich zu bezweifeln.  Trotzdem, wirklich atemberaubend. Manchmal dachte ich nur "krass.". Und nach eine kleinen Pause wage ich mich an Staffel  3.

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House, Staffel 7: Guter Durchschnitt

House again. Ich vermisse Hugh Laurie alias Doktor House nach einem Jahr einfach, nicht nur, weil ich mit House angefangen habe Serien zu gucken.  IHugh Laurie ist einfach toll, sein Charakter Doktor House wirklich ein liebenswertes Arschloch und wenn das Team den Besprechungsraum betritt, denke ich, ich treffe Freunde. Nach den ersten vier Folgen habe ich eine kleine Pause gemacht,  um (Asche auf mein Haupt) mich erst einmal der leichten Unterhaltung mit „Gossip Girl“ hinzugeben.Doch nun habe ich da Ding in nicht einmal drei Tagen durchgeschaut.

Was gibt’s neues in Staffel sieben?

Nachdem nun Foreman als moralische Überwachungsinstanz nicht mehr funktioniert, braucht das Team um House eine neue Figur, die das Gewissen repräsentiert. Es kommt die hochbegabte Marta M. Masters ins Spiel. Nebenbei ist eine Inspirationsquelle für House und lockert das Team auf. Ich finde, sie entwickelt sich zu dem spannendsten Frauencharakter dieser Staffel.

Apropos Frauen. Ich bin immer wieder überwältigt von Lisa Edelstein alias Lisa Cuddy.  Nicht nur, weil sie einfach wunderschön ist. Ich vermute mal, in diesem Körper steckt eine Menge Geld und Arbeit. Beides  wurde an den richtigen Stellen investiert.  Abgesehen davon, finde ich sie ist großartig selbstironisch:

Und ihre heisere, tiefe Stimme, vor allem, wenn sie lacht!!! Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich mich in Zeiten großer Unsicherheit und Irritation einfach öfter frage: „Was würde Lisa Edelstein jetzt machen?“ Ich werde sie in der letzten Staffel sehr vermissen.

Thirteen geht und kommt wieder. Als sie sich wieder im Team etabliert, hat Masters letztes Stündlein im Team geschlagen. Aber in einer wunderbaren Folge. Masters verlässt das Team, während Wilson und House wetten, wer länger unbemerkt ein Huhn im Krankenhaus halten kann.  Urkomisch, wie diese Hühner über die Station laufen. Eine großartige Folgen ist auch jene: House muss auf die Tochter von Cuddy aufpassen und die Kleine verschluckt in einem unbeobachteten Moment eine Münze. Großartig, wie House und Wilson versuchen ohne OP die Münze aus dem Kind zu bekommen. Urkomisch. Natürlich kommt House immer wieder auf komplett absurde Ideen, um sein Team zu inspirieren. Ich mußte natürlich schrecklich oft Lachen.

Die Idee dieser Staffel scheint, dass alles für House in Ordnung kommt und alles wieder zusammen bricht: Die Abhängigkeit ist erst einmal kein Thema und er hat eine Beziehung mit Cuddy. Meine Theorie, dass wenn House lieben kann, wird  die Serie enden, denn er kann nur durch Liebe von seinem Leiden befreit werden , muss ich wohl revidieren. In Staffel acht erfahren wir, dass House sich selber heilen muss, indem er sich mit seinen Gefühlen so konfrontiert, dass sie konstruktiv wirksam werden.  So einfach es klingt, so schwer für House, denn er scheitert, verliert Cuddy und wird rückfällig. Leider hatten wir das alles schon und das System scheint irgendwo auf den Stand von Staffel drei oder vier wieder einzusteigen. Schade. Ich glaube, hier wäre mehr möglich gewesen.

Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass nun alles erzählt wurde. Die Geschichten sind immer noch gut, aber eben nicht mehr brillant. Ich befürchte, es bedarf nun einer ganze Menge schreiberischer Arbeit um die Figuren einer Veränderung im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten zu unterziehen.  Leider ist zu befürchten, dass nun, wo die Serie nach Staffel acht eingestampft werden soll, nicht mehr viel Energie in die Entwicklung gesteckt wird . Ich hoffe nicht, dass das Finale der siebten Staffel schon der Anfang vom Ende war. Das Ende der siebten Staffel war nämlich wirklich schwach. Schade. Als wären die Produzenten und Schreiber nicht sicher gewesen, ob es eine Staffel acht  geben wird.Oder vielleicht kochen sie das Süppchen nun einfach immer wieder auf, um mit den altbewährten Inkredenzien die Quoten zu halten.

Nun, freuen wir uns auf Hugh Laurie, wenn er bald Konzerte geben wird, endlich, wie er es sich sicher schon lange gewünscht hat.

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Gossip Girl, Staffel 4

Vermutlich war das meine letzte Staffel, ich steige aus. 

Was mich an „Gossip Girl" gereizt hat, war die Tatsache, dass man nach einer Staffel für ein halbes Jahr keine Modezeitschriften mehr lesen musste.  Die einzelnen Charaktere werden durch ihren individuellen Kleidungsstil gekennzeichnet: Serena, eher sportlich-elegant, Queen B. erst mädchen- später damenhaft, Vanessa in elegantem Street- oder Ethno-Style und Jenny seit zwei Staffeln rockig. Eric Daman, Kostümbilder der Show, hat wirklich ganze Arbeit geleistet und die Ergebnisse waren mir eine große Inspiration. Ich weiß noch, dass ich für die Hochzeit einer Freundin unbedingt den Stil der Sommerparty aus der ersten Folge der zweiten Staffel nachbauen wollte. Es hat geklappt, aber im Moment schaue ich mir lieber wieder die Streetstylefotos von Scott Schumann an. Vermutlich habe ich eine erwachsene Phase.

Wenn dem so ist, wundert es mich auch nicht, dass mich die Teenie-Geschichten der Serie langsam langweilen. Dieses nie enden wollende Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen zwischen Serena und den beiden Jungs Nate und Dan sowie die ewigen On-Off-Beziehungen zwischen Blair und Chuck oder Vanessa und Nate oder Dan und Vanessa, Lilly und Rufus oder Jenny und Nate. Ich möchte gar nicht alle Konstellationen durchexerzieren, zu viel ist einfach zu viel. Ich habe den Eindruck, dass den Schreibern langsam die Ideen ausgehen. Wenn die Charaktere kaum Entwicklungschancen durch wirklich pfiffige Ideen und spannende Wendungen erfahren können, kann man schnell eine Entwicklung aus dem Nichts kommen lassen, in Form einer emotionalen, unbegründeten Wendung und schon geht das Karussell weiter. Mir ist das zu einfach, aber der Zielgruppe genügt es vermutlich.

Natürlich liebe ich Ed Westwick alias Chuck Bass, aber er kommt mir nun wesentlich weniger sexy vor, als früher. Ich befürchte, es liegt daran, dass sich der Charakter nicht ausreichend weiterentwickelt. Chuck muss leiden, zu Boden gehen, in all seiner Tragik versuchen Gutes zu tun, um letztendlich doch wieder zu stürzen, unfähig sich vollständig selbst zu überwinden. Stattdessen haucht er, zu einem eindimensionalen Sexsymbol verkommen, nun seine Dialoge daher. Schade.

Last but not least: Die Cliffhanger waren so lahm, dass ich gar keine Motivation habe mich bei Staffel fünf wieder einzuklingen.

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Vampire Diaries, Staffel zwei: Call me Klaus

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Ich gestehe, ich habe die 22 Folgen a 45 Minuten in nur wenigen Tagen durchgeschaut.  Eigentlich sollte mir das peinlich sein, ist es aber nicht, ich bin amüsiert.

Natürlich geht es in den Vampire Diaries erst einmal um Teenager-Themen, denn die Protagonisten sind schwer adoleszent, mit allem was dazu gehört. Wir kennen das. Es geht immer um große Gefühle, alles ist absolut: für immer, Tod, ewige Liebe, es gibt nur einen Ausweg usw. Das macht das Ganze schön dramatisch und die Inszenierung großer Gefühle authentisch. Ferner geht es immer wieder um das Straucheln zwischen Liebe, der großen, ewigen im Besonderen und kleinen Teenagerflirts im Allgemeinen (inkl. Verbotener Liebe zwischen Vampir und Werwolf) und Begehren. Begehren hat natürlich immer etwas mit Kontrollverlust zu tun und in diesem Fall mit Blut und der Gier nach ebensolcher. Todsünde. Tod ist auch ein gutes Thema, denn in den Vampire Diaries sind die Fabelwesen nicht annähernd so unsterblich, wie es denn Anschein macht.  Sie haben quasi Superkräfte und sind unter bestimmten, festgelegten Bestimmungen zu töten. Damit  entfernen wir uns aus der Fantasy-Welt und machen den Sprung in die Welt der Superhelden. Nette Idee.

Das Regelwerk der einzelnen Akteur-Gruppen (Vampire, Werwölfe, Hexen und nun vermutlich auch Geister) wird immer komplexer, auch in der Interaktion jeweils zweier Gruppen, und ich bin erstaunt, dass ich noch keine großen Schreibfehler in der Storyline festgestellt habe.

Dem Problem der Widersprüchlichkeit kann man in diesem Fall leicht mit Bannsprüchen, Flüchen und irgendwelchen schicksalshaften Bestimmungen aus dem Weg gehen. Damit kann man das System durch Sonderregeln etwas lockern. Kann zwar nach hinten los gehen und im totalen Ausnahmevonderregel-Gewurschtel enden, aber mir scheint hier ein ganz ordentliches Schreiberteam am Werke.

Schön finde ich, dass mal wieder das Thema Wahrheit und Ehrlichkeit in den Raum gestellt wird. Hier immer wieder kombiniert mit der Frage, wie viel Wahrheit das Gegenüber, der vermeintlich Schwächere, verkraften kann. Als Folge dieser Frage tauchen Themen wie Loyalität und Vertrauen auf. Insgesamt sind die Motivationen der einzelnen Individuen wirklich angenehm transparent.

Doch in Staffel  zwei hat sich auch einiges verändert. Ich habe den Eindruck sie ist wesentlich temporeicher, weil aggressiver. Die Schnitte schneller, die Musik auffälliger auf Spannung gemacht und die Szenen mit jeglicher Art von Körpereinsatz wesentlich kraftvoller. Vielleicht hat da „True Blood“ etwas abgefärbt. Der Charakter von Caroline macht eine tolle Wandlung durch und sie ist nicht mehr so nervig und kindisch. Schön gemacht.

Ich mag Damon, alias Ian Somerhalder, wie man sich denken kann. Dieser unechte Zynismus in diesem wunderschönen Rick-Springfield-Gesicht. In Staffel zwei ist er wesentlich besser geschminkt, denn man sieht ihm sein echtes Alter  nicht an. Kommen wir damit zum Make Up. Ich war ganz hingerissen von der Perlmut-Optik der Gesichter und weiß nun schon, eine Kombination aus ordinärem grünen Concealer, Bronzening-Puder und Highlighter kann das. Und bei trockener Haut noch etwas fettige Basis. Die Haut ist auch durstig. Und nicht zu vergessen die Haare der weiblichen Protagonisten. Ganze Arbeit mit dem Glätteisen.  Der Look kommt mir insgesamt wesentlich weniger Emo vor, als in der ersten Staffel. Wir hören mehr amerikanischen Teenie-Sauber-Rock, vielleicht liegt das daran. Mit einer Ausnahme, einer großen Schnulze. Mit 15 hätte ich den Song noch mehr geliebt und den einsamen Mann am Klavier trösten wollen.

Das Sounddesign ist auffällig gut, die Geräusche sind fett gemischt.

Leider versaut sich die zweite Staffel den Schluss mit dem Phänomen, dass jeder für jeden sterben will. Opfer sein wollen als Liebesbeweis oder Existenzberechtigung. Ich habe auch irgendwann nicht mehr verstanden, warum jetzt wer stirbt und dieses Hin und Her mit dem Fluch zu verwirrend. Vermutlich wollten einige Schauspieler einfach aus der Serie aussteigen. Die Amerikaner können das einfach nicht so galant in die Story einflechten. Und Steffen dann am Ende wieder auf Blut zu setzen und ihn unfähig aggro gucken zu lassen, ich weiß nicht. Ein Desaster war der Vorstellungssatz des Oberschurken und Ur-Vampirs: „Call me Klaus.“ Das geht gar nicht.

 

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In Treatment: Endlich wieder eine sehenswerte Serie

Nach der Serie "Misfits", die ich Ende Dezember gesehen habe, habe ich schwer daran gezweifelt in naher Zukunft eine gute Serie sehen zu dürfen. Nach einigen halbherzigen ("Lie To Me" und "Parenthood") Versuchen wieder Serien zu schauen, kann ich nun sagen, es gibt Hoffnung: "In Treatment".

http://www.imdb.de/title/tt0835434/

Nach den ersten Folgen der ersten Staffel bin ich ganz begeistert von Gabriel Byrne als Therapeut, seinen Klienten, deren Geschichten und ganz einfach von der Idee ein Szenario ähnlich eine Kammerspiels innerhalb einer Serie zu wagen. Grundregel der bewegten Bilder ist, dass sich die Personen handelt entwickeln. Wer sich für das Denken und die Innenschau von Menschen interessiert, dem sei der Roman als Genre zu empfehlen, heißt es. Doch hier begegnen sich Menschen sprechend, reduziert auf Dialoge, innerhalb einer Therapiesitzung. Eine gewagte Idee, die, sehr zu meinem Erstaunen und meiner Freude, funktioniert.

Nebenbei tauchen noch alte Bekannte auf. Der wunderschöne Blair Underwood (Dirty Sexy Money), mit seinem unglaublich strahlend weißen und charmanten Lächeln, welches in Sekundenbruchteilen einem zu Eiseskälte versteinerten Gesicht weichen kann und Josh Charles aus dem "Club der toten Dichter".

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